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Lebensmittelkette

Ob eine aktuelle Notlage zum Marktversagen führt und staatliche Interventionen erforderlich macht, hängt zum erheblichen Teil vom Krisenmanagement der Akteure der Lebensmittelkette ab. Gegenwärtig liegt deren Fokus auf der Produktsicherheit, da hier nach Lebens- und Futtermittelrecht Krisenmanagementverfahren verpflichtend sind, der Umgang mit externen Notlagen wie einer Pandemie spielt eine untergeordnete Rolle. Jedoch sind die Akteure der Lebensmittelkette - durch die eingespielten Strukturen und die im System vorhandenen Reserven - in der Lage, besonders bei akuten Notlagen flexibler und schneller zu reagieren als der Staat.

Untersuchung der Robustheit und Flexibilität von Lebensmittel-Lieferketten sowie Vernetzung der Akteure zur Erhöhung der Versorgungssicherheit im Notfall

Wesentliche Ziele der Forschungsarbeit der TH Wildau ist die Verhinderung von Störungen in der Lebensmittellieferkette, das Beschleunigen des Wiederanlaufs ausgefallener Lebensmittellieferketten sowie das Vermeiden oder zumindest deutliche Hinauszögern von staatlichen ENV-Maßnahmen durch situationsangepasste Lieferstrukturen der Unternehmen. Es ist zu prüfen, ob zumindest ein Teil der Notfallvorsorge über eine Lieferkettenoptimierung abwickelbar ist, wobei jedoch die Instrumente, Regeln und Konzepte für den Notfall gegenwärtig noch fehlen und erarbeitet werden müssen. Eine intelligente Informationsverknüpfung zwischen industriellen und staatlichen Akteuren soll es ermöglichen, die Versorgung einer von einem Notfall betroffenen Region durch eine sehr kurzfristige, regelgestützte Umverteilung von Versorgungsgütern aus anderen Regionen sicher zu stellen. Ziel ist eine höhere Planbarkeit, Verfügbarkeit und Versorgungssicherheit.

Prozess- und Resilienzanalyse des Lebensmittelhandels

Wesentliche Ziele der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG sind die Erarbeitung von Ansätzen für die Stärkung der informationellen und der logistischen Basis der Versorgung einschließlich der Rohstoff- /Ressourcensicherung. Dabei werden die mit technischer Unterstützung zu bewertenden Szenarien den möglichst realitätsnahen Hintergrund für die Prozessanalyse bilden.Weiter werden die  gegenwärtige Stabilität und Vulnerabilität der Lieferketten im Lebensmittelbereich untersucht, um aufbauend auf den Ergebnissen die Robustheit der Lebensmittellieferkette zu verbessern. Wie kann im Fall einer Großschadenslage schneller agiert und die Zeit bis zum Erreichen des Normalzustands verkürzt werden? Wie können im Krisenfall durch eine verbesserte Kenntnis der Zusammenhänge und Einflussgrößen bei der Gestaltung der Lieferketten Ansätze für neue Strategien zur Notfallversorgung entwickelt werden, die für die gesamte Branche nutzbar sind?